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SEPA - einheitlicher Euro Zahlungsverkehr

2013-08-16 09:52 von Juliane Jung (Kommentare: 0)

SEPA - einheitlicher Euro Zahlungsverkehr

SEPA

SEPA - Was ist das?

Zurzeit wird in der Europäischen Union (EU) sowie in fünf weiteren europäischen Staaten der bargeldlose Zahlungsverkehr auf ein einheitliches Verfahren umgestellt. Dieses Verfahren trägt den Namen ¬SEPA. Es handelt sich um eine Abkürzung, die für Single Euro Payments Area steht. Übersetzt bedeutet dies einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Bisher gelten in jedem Land nationale Regelungen für die Ausführung von Überweisungen und für die Bezahlung von Rechnungen per Lastschrift¬. Mit der Einführung des Euro hat die EU gleichzeitig einen einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr beschlossen, der bis zum Stichtag 1. Februar 2014 umgesetzt werden soll. Dabei haben Firmen mehr Arbeit mit SEPA als Privatpersonen, für beide Seiten wird es aber einige wichtige Änderungen geben.

Was ändert sich für Verbraucher mit der SEPA-Lastschrift?

Wer regelmäßige Zahlungen, wie die Handyrechnung oder die Miete, schon länger per Lastschrift bezahlt, für den ändert sich nichts. Der Zahlungsempfänger hat bereits ein Formular vorliegen, das der Mieter oder der Kunde unterschrieben hat. Das Formular ist weiterhin gültig. Der Zahlungsempfänger muss nur den Kunden schriftlich informieren, ab wann er den Lastschrifteinzug auf das SEPA-Verfahren umstellt, die Zahlungen laufen wie gewohnt weiter.

Zahlreiche Verbraucher zahlen aber auch Bestellungen im Internet oder bei einem Versandhandel per Lastschrift. Mit Einführung der SEPA-Lastschrift darf der Verkäufer den Rechnungsbetrag nur dann von dem Konto des Käufers abbuchen, wenn der Kunde ein Formular namens SEPA-Lastschriftmandat unterschrieben hat. Der Verkäufer muss dem Käufer das Formular beim Kauf vorlegen oder er muss es ihm zusenden. Es gibt bei der SEPA-Lastschrift weder ein Online-Formular noch eine telefonische Genehmigung zur Abbuchung vom Konto.

Das SEPA-Lastschriftmandat muss bestimmte Angaben enthalten. Der Verkäufer muss eine Kennziffer angeben, die deutsche Firmen von der Deutschen Bundesbank erhalten. Diese Kennziffer heißt Gläubiger-Identifikationsnummer. Durch die Nummer wird jeder Zahlungsempfänger identifiziert. So kann ein Kontoinhaber eindeutig erfahren, wer Geld von seinem Konto abgebucht hat.

Der Verkäufer muss außerdem für jeden seiner Kunden eine sogenannte Mandatsreferenz vergeben. Es handelt sich um eine Nummer, die sich der Verkäufer frei ausdenken kann und die maximal 35 Stellen lang ist. Die Mandatsreferenz wird auf dem Schreiben für das SEPA-Lastschriftmandat angegeben und erscheint auch bei der Abbuchung auf dem Kontoauszug. Der Käufer kann die Nummern vergleichen und ist sofort informiert, was die Abbuchung auf seinem Konto zu bedeuten hat.

Wenn ein Kunde zum ersten Mal bei einem Verkäufer bestellt und für die Bezahlung ein SEPA-Lastschriftmandat unterschreibt, muss der Verkäufer mindestens vierzehn Tage vor der Abbuchung des Rechnungsbetrages den Käufer schriftlich informieren. Er muss ihm mitteilen, dass er zu einem bestimmten Termin den angegebenen Betrag vom Konto des Käufers abbuchen wird. So hat der Kontoinhaber genug Zeit, um für Deckung auf seinem Konto zu sorgen. Es ist aber auch möglich, dass einige Händler in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen eine kürzere Frist für die Vorabinformation vereinbaren. Es ist nicht notwendig, dass der Käufer das Formular für die SEPA-Lastschrift seiner Bank oder Sparkasse vorlegt. Wenn ein Verkäufer das von dem Kontoinhaber verlangt oder wenn sich ein entsprechender Satz auf dem Formular befindet, dann hat der Verkäufer das falsche Lastschriftverfahren angewandt. Bei der SEPA-Lastschrift gibt es neben der SEPA-Basislastschrift für Privatpersonen auch die SEPA-Firmenlastschrift, für die andere Bedingungen gelten. Für Privatpersonen darf die SEPA-Firmenlastschrift nicht verwendet werden.

Der Kontoinhaber hat bei einer SEPA-Lastschrift acht Wochen Zeit, der Abbuchung zu widersprechen. Dabei muss kein Grund für die Rückbuchung angegeben werden. Diese Frist gilt, wenn ein SEPA-Lastschriftmandat unterschrieben wurde. Sieht der Kontoinhaber eine Abbuchung auf seinem Konto, für die er kein SEPA-Lastschriftmandat unterschrieben hat, kann er auch noch dreizehn Monate nach der Kontobelastung der Lastschrift widersprechen und die Bank schreibt ihm das Geld wieder gut. Diese lange Zeitspanne stellt eine zusätzliche Sicherheit für die Bankkunden dar. Sie erhalten auch dann das Geld für eine unberechtigte Abbuchung zurück, wenn sie nur einmal im Jahr ihre Kontoauszüge kontrollieren.

SEPA als einheitlicher bargeldloser Zahlungsverkehr der Europäischen Union

Nach der Einführung des Euro hat sich die Europäische Union (EU) jetzt den Zahlungsverkehr zwischen den verschiedenen Ländern vorgenommen. Überweisungen und Lastschriften sollen in einem großen Teil Europas einheitlich ausgeführt werden. Dazu nehmen am SEPA-Verfahren auch Staaten teil, bei denen der Euro nicht die Landeswährung ist. So gehören die 28 Staaten der Europäischen Union zu den Teilnehmern sowie die Länder Schweiz, Monaco, Island, Liechtenstein und Norwegen.

Schon seit dem 28. Januar 2008 werden in Deutschland Überweisungen ins europäische Ausland als SEPA-Überweisung ausgeführt. SEPA-Lastschriften sind seit November 2009 möglich. Da aber bisher nur wenige Firmen und noch weniger Privatpersonen den SEPA-Zahlungsverkehr nutzen, hat die EU einen Termin vorgegeben, bis zu dem der gesamte Zahlungsverkehr aller teilnehmenden Länder umgestellt sein muss. Dieser Stichtag ist der 1. Februar 2014. Ab diesem Tag müssen alle Unternehmen Überweisungen und Lastschriften im SEPA-Format ausführen. Das gilt auch für Zahlungen im eigenen Land, nicht nur für Auslandszahlungen. Privatpersonen haben noch bis zum Jahr 2016 Zeit, sich an das SEPA-Verfahren für Überweisungen zu gewöhnen. Bis dahin können sie wahlweise eine herkömmliche Überweisung ausführen oder sie entscheiden sich schon für das neue SEPA-Überweisungsformular.

Bei einigen Händlern in Deutschland können die Kunden mit EC-Karte und ihrer Unterschrift bezahlen. Auch dabei handelt es sich um ein Lastschriftverfahren, das noch bis zum 1. Februar 2016 genutzt werden kann. Danach sind nur noch Zahlungen mit EC-Karte und Eingabe der PIN-Nummer möglich.

Ein wenig Arbeit kommt auf die Kontoinhaber zu

Die größte Umstellung für Kontoinhaber wird die neue Kontonummer sein. Die SEPA-Kontonummer heißt IBAN, eine Abkürzung für International Bank Account Number, also internationale Kontonummer. Der Aufbau der IBAN ist für jedes Land genau vorgeschrieben. Eine IBAN besteht aus maximal 34 Stellen, in Deutschland setzt sie sich stets aus 22 Stellen zusammen. Dabei ist der Aufbau der IBAN immer gleich. Am Anfang steht das Länderkennzeichen DE für Deutschland. Danach folgt eine zweistellige Prüfziffer, die nach einer mathematischen Formel berechnet wird. Nach diesen vier Stellen folgen die acht Ziffern der Bankleitzahl, die bisher für den Zahlungsverkehr genutzt wurde. Schließlich werden die zehn Ziffern der Kontonummer angegeben. Falls eine Kontonummer aus weniger als zehn Ziffern besteht, steht die Kontonummer ganz am Ende der IBAN und die fehlenden Stellen werden vorne mit Nullen aufgefüllt. Schon jetzt fragen einige Firmen bei ihren Kunden nach der IBAN, wenn sie Rechnungen per Lastschrift einziehen möchten. Die IBAN erfahren die Kontoinhaber entweder auf ihrem Kontoauszug, auf der Bankkundenkarte oder im Online-Banking. Verbraucher können auch einen IBAN-Rechner aus dem Internet nutzen. Dabei ist aber Vorsicht geboten, da für einige IBAN-Rechner eine Gebühr bezahlt werden soll und andere Rechner eine falsche IBAN angeben. Daher sollte der Kontoinhaber auf der Internetseite seiner Hausbank nachsehen, ob sich dort ein kostenloser IBAN-Rechner befindet. Auch wenn manchmal nachgefragt wird, muss für eine SEPA-Lastschrift kein BIC-Code angegeben werden, die IBAN reicht aus. Bei dem BIC-Code handelt es sich um eine internationale Bankleitzahl, die noch bis Februar 2016 bei Auslandsüberweisungen angegeben werden muss. Für Lastschriften oder für Überweisungen innerhalb Deutschlands ist ab Februar 2014 kein BIC erforderlich.

Auch bei den Überweisungen ergeben sich Änderungen durch SEPA

Bisher werden ¬SEPA-Überweisungen hauptsächlich von Firmen oder von Privatpersonen genutzt, die Geld ins Ausland überweisen möchten. Die Zahlung für eine Ferienwohnung oder für die Bestellung von Waren bei einem ausländischen Anbieter wird durch die SEPA-Überweisung schneller und günstiger ausgeführt¬. Es fallen nur noch die Gebühren an, die die Bank auch für eine Inlandsüberweisung berechnet. Wenn eine SEPA-Überweisung ins Ausland über das Online-Banking eingegeben wird, muss das Geld schon einen Arbeitstag später auf dem Konto des Empfängers sein. Bei einem Überweisungsformular in Papierform müssen die Banken die Überweisung innerhalb von zwei Bankarbeitstagen ausgeführt haben.

Das Formular für die SEPA-Überweisung sieht ähnlich aus wie die bekannten Formulare für Überweisungen innerhalb Deutschlands. Eine SEPA-Überweisung kann nur in Euro abgewickelt werden. Soll eine andere Währung überwiesen werden, wie zum Beispiel Schweizer Franken, Britische Pfund oder dänische Kronen, muss ein spezielles Überweisungsformular für eine Auslandsüberweisung benutzt werden. Es fallen meist höhere Gebühren an als bei einer SEPA-Überweisung.

Ab dem 1. Februar 2014 werden auch die inländischen Überweisungen als ¬SEPA-Überweisung ausgeführt. Die Banken und Sparkassen in Deutschland bieten ihren Kunden aber noch zwei Jahre lang an, für eine Überweisung die Kontonummer und die Bankleitzahl anzugeben. Die Bank berechnet dann die IBAN und führt die Überweisung aus. Ab Februar 2016 müssen aber alle Bankkunden für sämtliche Überweisungen das ¬SEPA-Verfahren nutzen und die IBAN des Empfängers angeben.

Weitere Vorteile für die Verbraucher

Bei der Einführung von SEPA hat die Europäische Union großen Wert auf die Sicherheit der Bankkunden gelegt. Daher erfolgt eine Vorabinformation an den Kontoinhaber, bevor sein Konto belastet wird und er kann unberechtigte Abbuchungen auch noch nach dreizehn Monaten zurückrufen. Es gibt noch weitere Vorteile für die Verbraucher. Bisher können bei wiederkehrenden Lastschriften, zum Beispiel für die Handyrechnung, beliebige Beträge vom Konto des Zahlungspflichtigen abgebucht werden. Bei der SEPA-Lastschrift kann der Kontoinhaber einen Höchstbetrag angeben, den der Zahlungsempfänger maximal abbuchen darf. Dadurch stellt der Kontoinhaber sicher, dass sein Konto für den maximalen Betrag gedeckt ist und die Lastschrift eingelöst wird. Übersteigt die Rechnung diesen Maximalbetrag, muss der Kunde die Differenz überweisen oder bar bezahlen. Ein Kontoinhaber kann auch seine Bank oder Sparkasse informieren, wer von seinem Konto abbuchen darf (eine sogenannte Whitelist) oder mit welchen Abbuchungen er nicht einverstanden ist (eine sogenannte Blacklist). Auch dies dient den Rechten und der Sicherheit der Verbraucher.

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